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Warum ich offene Kommunikation schätze – auch im Dialog mit Kunden und in IT-Projekten

2018-10-14T10:43:51+00:00Categories: Allgemein, Lösungen, Teamplayer|

Meine Kollegin nannte es ihr Wohlfühlprojekt. Es war unternehmenswichtig, Zielgruppe Topmanagement, gelungene, einfache Benutzeroberfläche. Alles zusammen ein hervorragendes Beispiel für gute Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Kunden, IT und externem Dienstleister. Und dann kamen die Probleme. Der Einführungstermin wurde mehrfach verschoben. Schuldzuweisungen begannen.

Die Menschen wollen erfolgreich und harmonisch arbeiten

Dieses Projekt folgte einem Muster, dass ich leider schon häufig gesehen habe. Ich denke, dass alle Menschen erfolgreich sein wollen. Sie fühlen sich verantwortlich für ihre eigenen Aufgaben. Viele Menschen wollen zudem ein harmonisches Arbeitsumfeld. Deswegen scheuen sie eine inhaltliche Auseinandersetzung. Sie haben Angst, dass sie eskalieren und zu einem Konflikt werden könnte.

In Summe führt das dazu, dass viele Projektmitarbeiter nicht mit den anderen über Probleme reden. Sie verdrängen sie lieber und arbeiten, so lange es geht, an ihren Aufgaben. Sie versuchen so erfolgreich zu sein. In dem „Wohlfühlprojekt“ wurde sogar vermieden über technische Fragen zu diskutieren.

Wird man durch diese Konfliktvermeidung erfolgreich? Margaret Heffernan erzählt in einem TED Talk die Geschichte von Alice Stewart. Alice Stewart hat bereits Ende der 50er erkannt, dass Röntgen von Schwangeren zu Leukämie bei den Kindern führt.

Es hat leider über 20 Jahre gedauert, bis ihre Forschung anerkannt wurde und Röntgendiagnosen an Schwangeren eingestellt wurden. Diese lange Zeit kämpfte Alice Stewart für ihre Forschung. Sie hatte einen Kollegen gebeten, immer wieder ihre Arbeit zu hinterfragen und zu kritisieren. Das gab ihr die Kraft, ihre Forschung so lange zu verteidigen. Ihr Erfolg basiert auf ihrer Bereitschaft zu Konflikt, auf der offenen Kommunikation.

Vertrauen im Projektteam schaffen und und gute Kommunikation lernen

Ich habe auch IT-Projekte erlebt, die ganz hervorragend die größten Herausforderungen und Rückschläge bewältigten. Die Projektbeteiligten zogen alle an einem Strang. Wenn es Probleme gab, wurden sie sofort auf den Tisch gelegt. Es wurde gemeinsam nach Lösungen gesucht. Schuldzuweisungen gab es nicht.

Wer in einem IT-Projekt mitarbeitet, ergibt sich oft aus der fachlichen Aufgabe. Die Herausforderung ist es, mit diesen Menschen ein erfolgreiches Projekt durchzuführen. Manchmal passen die Menschen gut zusammen und etablieren eine offene Austausch- und Streitkultur – und manchmal eben nicht.

In meiner Rolle als IT-Leiter leite ich selber keine IT-Projekte. Ich schaffe Rahmenbedingungen. Welche Rahmenbedingungen sind hilfreich? Welche stören? Bisher lag mein Fokus auf der Besetzung der Projektleiter. Erfahrung und Engagement fand ich wichtig. Soziale Kompetenz natürlich auch. Aber das alles reichte manchmal nicht aus. Im Kern muss der Projektleiter es schaffen, dass das Team eine offene Diskussionskultur etabliert. Alle müssen sich für das ganze Projekt verantwortlich fühlen.

Scrum als Vorbild für regelmäßige Reflektion und den Blick nach vorne

Mittlerweile habe ich gelernt, dass das Projektteam auch methodisch gut unterstützt werden kann. Lohnenswert ist es, sich die agile Projektmanagement Methode „scrum“ anzusehen. Scrum wurde Mitte der 90er entwickelt, um komplexe Probleme zu lösen. Die beiden Erfindern Schwaber und Sutherland haben eine klare methodische Struktur festgelegt.

Spannend sind die Werte, die Scrum definiert: „Das Scrum-Team und seine Stakeholder sind sich einig, offen mit allen Belangen ihrer Arbeit und den damit verbundenen Herausforderungen umzugehen. Mitglieder von Scrum-Teams respektieren sich gegenseitig als fähige, eigenverantwortliche Individuen.“. Das ist genau das, was es ich herbeiführen möchte.

Dabei fördert Scrum durch die ausgewählten Methoden einen ständigen Austausch unter den Projektbeteiligten („Daily Stand Up“). Am Ende einer intensiven Arbeitsphase, die „Sprint“ genannt wird, steht eine so genannte „Retrospektive“. Dort wird analysiert, was im letzten Sprint erreicht wurde, was gut gelaufen ist und was man verbessern muss. Mit anderen Worten, es wird kommuniziert.

Bei meinen Methoden steht Kommunikation im Mittelpunkt

Diese lösungsorientierte Vorgehensweise führt zu einem positiven Teamgefühl und macht es einfacher, auch schwierige Themen anzusprechen. Allen wird so in kurzen Abständen immer wieder klar, dass das Projektteam gemeinsam auf einer Lernreise ist und den gemeinsamen Erfolg möchte. Konflikte werden lösungsorientiert angegangen und führen zu einer Verbesserung des Ergebnisses.

In Zukunft werde ich nicht nur auf die Wahl des Projektleiters achten, sondern auch auf geeignete Methoden, die das Projektteam zusammenbringen und eine offene Konfliktkultur ermöglichen. Ich bin davon überzeugt, dass die Mitarbeiter so zufriedener sein werden und bessere Ergebnisse erreichen werden.

Meine Kollegin und ich haben über Monate intensiv Lösungsansätze für ihr Projekt gesucht. Sie hat verschiedene Ansätze in dem Team ausprobiert. Am Ende konnte sie die Kommunikationsprobleme nur lösen, weil sie den externen Dienstleister austauschte. Danach konnte sie das Projekt mit Erfolg zu Ende führen.

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